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Formale Semantik In diesem Vortrag wird der Forschungsansatz der formalen
Semantik vorgestellt und in Bezug auf sein explanatorisches Potential
mit Hinblick auf die phänomenalen Merkmale organischer Systeme
beurteilt. Es ist ferner zu diskutieren, inwieweit sich die formale
Semantik in eine strukturalistische Konzeption integrieren oder mit
einer solchen vereinbaren läßt, und worin sie sich
von dem in der Linguistik formulierten klassischen Strukturalismus unterscheidet. |
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Die Grundlage der formalen Semantik bildet das Kompositionalitätsprinzip von Gottlob Frege, demnach sich der semantische Wert einer Aussage aus dem Beitrag der semantischen Werte der sie bildenden atomaren (d.h. nicht weiter zerlegbaren) Ausdrücke ergibt. Deren lexikalische Bedeutung wird als gegeben vorausgesetzt, jedoch nicht ferner begründet, sondern ausschließlich in Hinblick auf ihre Funktion beim kompositionalen Aufbau einer größeren Einheit (Aussage, Satzsequenz) untersucht. Die Bedeutung dieser komplexen Einheiten läßt sich unter dieser Voraussetzung aus den Bedeutungen der atomaren Ausdrücke und der Art und Weise, wie die Zusammensetzung erfolgt, präzise bestimmen. Dazu werden allgemeine semantische Regeln formuliert, die angeben, wie der semantischen Wert eines zusammengesetzten Ausdrucks zu bestimmen ist. Eine der Schwierigkeiten, die sich mit wahrheitskonditionalen Semantiken ergibt, besteht darin, auch intensionale Gesichtspunkte angemessen zu berücksichtigen. Eine Ausarbeitung der formalen Semantik, in deren Zentrum zum einen Fragen der Intensionalität als auch zum anderen Fragen der funktionalen Struktur von Bedeutung in Korrespondenz zur funktionalen syntaktischen Struktur stehen, ist die Kategorialgrammatik, welche nach ihrem Begründer Richard Montague auch "Montague-Grammatik" genannt. In ihrem Rahmen werden Eigennamen auf Objekte einer möglichen Welt (Äußerungskontext) abgebildet und Prädikate durch Abbildungen von Objekten auf Wahrheitswerte dargestellt. Die Abbildung innerhalb einer bestimmten Welt kann man als die Extension des Prädikats, Abbildungen zwischen möglichen Welten und jenen Abbildungen als die Intension des Prädikates ansehen. Dabei sind Extension und Intension im engeren Sinne von Rudolf Carnap zu verstehen, sodaß letztere dem propositionalen Gehalt eines Satzes und die Extension dessen Wahrheitswert entspricht. Die formale Semantik stellt gegenwärtig den vorherrschenden Ansatz innerhalb der Linguistik dar. Sie kann als die bisher elaborierteste Theorie der Semantik aufgefaßt werden, allerdings auch dahingehend kritisiert werden, daß sie zum einen überhaupt nur deskriptive Bedeutungsanteile zu beschreiben versucht, zum anderen aber selbst der deskriptive Bedeutungsanteil eines Satzes durch seine Wahrheitsbedingungen nur unzureichend wiedergegeben wird. Zuzuordnen in die Fachbereiche: Logik, Theoretische Informatik, Linguistik, Philosophie. Mathematische Voraussetzungen: Grundlagen der Logik
Literatur und Links: [Al87] ALLISON, L.: A Practical Introduction to Denotational Semantics. Cambridge Computer Science Texts, 1987 [Fr92] FREGE, G. : Über Sinn und Bedeutung.. Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik NF 11, 1892 [Lö76] LÖBNER, S. : Einführung in die Montague-Grammatik. Cornelsen Vlg. Scriptor, 1976 [Lö03] LÖBNER, S. : Semantik. Eine Einführung. De Gruyter. 2003 [Mo03] MONTAGUE, R. : English as a formal language. In R. Thomason (ed.): Formal Philosophy: Selected Papers of Richard Montague. Yale University Press, New Haven / London, 188-221. De Gruyter. 2003 [Po05] PORTNER, P. H.; What is Meaning? Fundamentals of Formal Semantics. Oxford: Blackwell Publishing, 2005 Sebastian Löbner: Online-Wörterbuch zur Semantik und Pragmatik Herbert Hrachovec: Formale Semantik im Verhältnis zur Erkenntnistheorie. Ein Blickwechsel
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Last modified: Sun Mar 08 09:00:52 CET 2009 |
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