|
Konnektionismus, Dynamizismus und Embodiment
Der Konnektionismus ist innerhalb der Philosophie des Geistes dadurch gekennzeichnet, daß
seine Vertreter die Ergebnisse der Neurowissenschaften, aber auch Konzeptionen, die durch
Modelle künstlicher neuronaler Netze inspiriert sind, zur Grundlage ihrer Untersuchung mentaler
Phänomene erheben. Dieser Auffassung zufolge sind mentale Repräsentationen, wie sie durch
die Aktivität einzelner Neurone gegeben sind, subsymbolischer Natur,
was keine exakte Beschreibung
auf konzeptueller Ebene erlaubt. Systematizität wird in den Hintergrund gestellt und die Fähigkeit
zur Mustererkennung als wesentliche kognitive Fähigkeit betrachtet.
In diesem Vortrag werden der Konnektionismus und seine
neuere Ausprägung als Dynamizismus dargelegt, wobei auch Ansätze aus den Kognitionswissenschaften
mit einbezogen werden sollen,
welche betonen, daß Kognition immer auch verkörpert ist.
Körperhaftigkeit(embodied cognition) impliziert, daß die Natur kognitiver Prozesse
auch maßgeblich durch im Körper und der weiteren Umwelt eines kognitiven Systems
ablaufende Vorgänge
konstituiert ist, und kognitive Prozesse nicht durch eine auf die lokale Informationsverarbeitung
innerhalb eines Systems beschränkte Sichtweise verstanden werden können.
Dieser Auffassung zufolge werden das natürliche und gesellschaftliche Umfeld
eines kognitiven Systems ebenso als Bestandteil des kognitiven Instrumentariums betrachtet.
Während der Funktionalismus als neutraler Monismus aufzufassen ist, der die Frage nach der Implementierung
funktionaler Zustände für unwesentlich erachtet, vertritt
der Konnektionismus eine materialistische Position.
Zuzuordnen in den Fachbereich: Philosophie
Mathematische Voraussetzungen: keine
Literatur und Links:
[Ch93] CHALMERS, D.: Why Fodor and Pylyshyn Were Wrong: The Simplest Refutation.
Philosophical Psychology: 305-319, 1993
[CC98] CHALMERS, D.; CLARK, A.: The Extended Mind.
http://consc.net/papers/extended.html
[CL97] CLARK, A.: The Dynamical Challenge. Oxford University
Press, 2001
[CL01] CLARK, A.: Mindware. An
Introduction to the Philosophy of Cognitive Science. Cognitive Science 21: 461-481, 1997
[PG95] PORT, R.; VAN GELDER, T.: Mind as Motion: Explorations in the Dynamics of
Cognition. MIT Press, 1995
[SM87] SMOLENSKY, P.: The Constituent Structure of Connectionist
Mental States: A Reply to Fodor and Pylyshyn. The Southern Journal of Philosophy,
Supplement, 26: 137-161, 1987
[SM88] SMOLENSKY, P.: On the Proper Treatment of
Connectionism. Behavioral and Brain Sciences, 11: 1-74, 1988
[SM91] SMOLENSKY, P.: Tensor Product Variable Binding and the
Representation of Symbolic Structures in Connectionist Systems. Hinton: 159-216, 1991
[SM95] SMOLENSKY, P.: Constituent Structure and Explanation in an Integrated
Connectionist/Symbolic Cognitive Architecture. MacDonald, 1995
[GE95] VAN GELDER, T.: What Might Cognition Be, if not Computation?. Journal of Philosophy XCI: 345-381, 1995
Embodied Cognition (The Internet Encyclopedia
of Philosophy)
Connectionism (Stanford Encyclopedia of
Philosophy)
|