Werkzeuggestützte Entwicklung paralleler Programme Im Bereich der parallelen Systeme finden wir einen Mangel an Werkzeugen, die die späteren Phasen der Software-Entwicklung unterstützen. Insbesondere Werkzeuge, die eine Programmanipulation zur Laufzeit gestatten, existieren nicht in ausreichender Vielfalt. Dies betrifft z.B. Werkzeuge zur Fehlersuche, zur Leistungsanalyse und zur Ressourcenverwaltung. Ein Grund für diese Situation liegt in der Komplexität des Entwurfs solcher Werkzeuge. Sie müssen ebenfalls als verteilte Programme realisiert werden und sind eng mit den Basismechanismen des Betriebssytems verbunden. Die vermittelnde Schicht zwischen dem Betriebssystem und dem eigentlichen Werkzeug wird als Monitorsystem bezeichnet. In heutigen Realisierungen weisen alle Werkzeuge solche Monitorsysteme auf, jedoch dominiert ein monolithischer Entwurf, der es einem Werkzeug unmöglich macht, funktionsähnliche Komponenten anderer Werkzeuge zu nutzen. Eine Auswirkung für den Werkzeuganwender ist darin zu sehen, daß keine interoperablen Einzelwerkzeuge existieren, die im Zusammenspiel synergetische Effekte bei der Programmentwicklung hervorbringen könnten. Der im Vortrag beschriebene Ansatz stellt eine neue Konstruktionsmethode für Werkzeuge vor, die von einer normierten Schnittstelle zum Monitorsystem ausgeht. Zunächst wird erläutert, wie hierbei der Entwurf eines einzelnen Werkzeugs durchgeführt wird. Großer Wert wird auf das Konzept der Interoperabilität gelegt. Der Vortrag führt aus, welche strukturellen Eigenschaften die Spezifikation der Monitorschnittstelle aufweisen muß, um verschiedene Kategorien von Interoperabilität unterstützen zu können. Diese Eigenschaften ergeben sich aus einer Analyse der Kooperationsmöglichkeiten von Werkzeugen verschiedenen Typs. Mit Hilfe dieses Ansatzes erreichen wir eine vereinfachte Konstruktion von Werkzeugen des oben genannten Typs und eine bessere gemeinsame Verwendbarkeit von Werkzeugen verschiedener Herkunft. Anhand eines Beispieles aus der Praxis soll der Nutzen solcher Werkzeuge aufgezeigt werden.