Interoperable Laufzeit-Werkzeuge und Online-Monitorsysteme Roland Wismüller Laufzeit-Werkzeuge erlauben die Untersuchung und auch die Steuerung einzelner Aspekte des Ablaufverhaltens eines parallelen bzw. verteilten Programms. Beispiele sind Debugger, Leistungsanalyse- oder Lastausgleichssysteme. Für die genauere Analyse eines Programmablaufs wäre dabei oft eine gleichzeitige, koordinierte Verwendung mehrerer Werkzeuge vorteilhaft. Diese Art der Interoperabilität ermöglicht auch die einfache Realisierung neuer Funktionen, die deutlich über die Fähigkeiten der Einzelwerkzeuge hinausgehen. Der Vortrag stellt ein konkretes Beispiel einer derartigen Werkzeugumgebung vor und zeigt, wie die sich ergebenden Probleme bei der Daten- und Verhaltens- integration durch ein gemeinsames Monitorsystem gelöst werden können. Das Monitorsystem ermöglicht nicht nur den gleichzeitigen, konfliktfreien Zugriff auf das Zielsystem, sondern realisiert auch die notwendige Koordination verteilter Komponenten (d.h. der Werkzeuge) auf der Grundlage des von K.J. Sullivan eingeführten Mediator-Konzepts. Dabei werden Ereignisse in einer Komponente auszuführenden Aktionen in anderen Komponenten zugeordnet. Ein modernes Monitorsystem erlaubt die Realsierung dieses Konzepts selbst dann, wenn die Komponenten nicht für eine verteilte Zusammenarbeit vorbereitet sind. Somit können Werkzeugumgebungen -- und auch andere verteilte Software-Systeme -- in einfacher Weise aus bereits existierenden Komponenten zusammengestellt werden.