Effiziente parallele Programmierung auf vernetzten Arbeitsplatzrechnern Vernetzte Arbeitsplatzrechner werden seit vielen Jahren als Ausführungsvehikel für parallele Programme eingesetzt. Sie erfreuen sich steigender Beliebtheit, insbesondere, seitdem sich jeder durch das kostenlos verfügbare Betriebssystem Linux und die enorme Rechenleistung von bei Aldi erhältlichen PCs einen virtuellen Superrechner zusammenbauen kann. Auch wenn sich solche Cluster bereits weit in die Top500-Liste der leistungsstärksten Rechenanlagen hineingeschoben haben, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, daß die eigentlichen Probleme hier erst beginnen. Die Übertragung vorhandener Programme auf solche Architekturen - und ebenso ihre Neuentwicklung - ist ein komplexes Unterfangen, das nicht immer zum gewünschten Ergebnis führt. Im Rahmen des Vortrags soll erläutert werden, welches die kritischen Punkte bei der Verwendung dieser Hardware/Software-Plattformen sind. Ein wesentliches Merkmal betrifft die Werkzeuge zur Entwicklung paralleler Programme, insbesondere solche, die zur Programmlaufzeit eingesetzt werden. Werkzeuge zur Fehlersuche, Leistungsanalyse, Visualisierung usw. existieren häufig nur als Einzelwerkzeuge, die nicht gleichzeitig auf ein Programm angewendet werden können. Im Vortrag soll gezeigt werden, wie durch einen methodischen Entwurf von Infrastrukturen für solche Werkzeuge letztlich ein Effizienzgewinn bei der parallelen Programmierung erzielt wird. Neben der Werkzeugproblematik finden wir aber auch noch andere kritische Punkte vor. Dies wäre z.B. die Auswahl eines geeigneten Programmiermodells, die nicht unabhängig von der Auswahl der Vernetzung der einzelnen Rechner diskutiert werden kann. Moderne Konzepte bieten hier eine Virtualisierung des Hauptspeichers an und vereinfachen damit die Parallelisierung der Programme. Eine weitere Schwierigkeit betrifft die Auswahl geeigneter Konzepte zur parallelen Ein-/Ausgabe, bei der heute riesige Datenmengen verarbeitet werden müssen. Anhand dreier ausgewählter Beispiele aus den Bereichen der Verkehrssteuerung auf Flughäfen, der Bioinformatik und der Computertomographie werden Lösungen für diese Fragen analysiert.