Interoperable Werkzeuge zur Laufzeitanalyse verteilter Systeme: eine Fallstudie Die Entwicklung und Wartung paralleler und verteilter Softwaresysteme erfordert in hohem Maße den Einsatz von Werkzeugen sowohl zur Beobachtung als auch zur Beeinflussung der ablaufenden Programme. Die Einsatzbereiche dieser Werkzeuge reichen von der Fehlersuche (Debugger, Testwerkzeuge) über Optimierung (Leistungsanalyse, 'computational steering') bis zur eigentlichen Nutzung der Systeme (Fehlertoleranz, Lastausgleich). Obwohl für jeden dieser Bereiche adäquate Werkzeuge existieren, wird deren Einsatz bisher durch die Tatsache erschwert, daß eine gemeinsame Benutzung i.d.R. unmöglich ist, da die Werkzeuge - inkompatible Techniken zur Überwachung des Systems einsetzen, - konfligierende Modifikationen am überwachten System vornehmen, - nicht miteinander interagieren können. Liegt diese Einschränkung nicht vor, spricht man von interoperablen Werkzeugen. Die Vorteile solcher Werkzeugumgebungen sind die Möglichkeit eines modulareren Entwurfs, vereinfachte Benutzung sowie der entstehende Zusatznutzen bei kombinierter Anwendung. Der Vortrag definiert zunächst die zentralen Begriffe 'Interoperabilität' und 'Werkzeuge zur Laufzeitanalyse' und stellt anschließend ein konkretes Szenario vor, das die Vorteile interoperabler Werkzeuge und die bei ihrer Realisierung zu überwindenden Probleme aufzeigt. In diesem Szenario arbeiten vier Werkzeuge zusammen, um eine effiziente Fehlersuche zu ermöglichen: Neben einem Debugger und einem Visualisierer sind dies ein Werkzeug zur Sicherungspunkterstellung, das erlaubt, die Fehlersuche an einem früheren Punkt im Programmablauf wiederaufzunehmen, sowie ein Werkzeug, das die deterministische Wiederholung des Ablaufs sicherstellt. Eine Analyse der direkten und indirekten Interaktionen zwischen diesen Werkzeugen führt zu einer Liste von Anforderungen an Realisierungsinfrastrukturen für interoperable Werkzeuge. Ein Blick auf existierende Ansätze für verwandte Problemstellungen macht deutlich, daß die dort entwickelten Methoden für die hier betrachtete Klasse von Werkzeugen nicht ausreichend bzw. nicht anwendbar sind. Daher werden neue Strategien benötigt, die zusammen mit ihrer Umsetzung im verteilten Monitorsystem OCM im letzten Teil des Vortrags vorgestellt werden.