OMIS Ein Ansatz zur Standardisierung einer Schnittstelle für Entwicklungswerkzeuge in parallelen und verteilten Systemen Thomas Ludwig Die effiziente Entwicklung paralleler und verteilter Programme wird stark vom Vorhandensein von Werkzeugen zur Fehlersuche, zur Leistungsanalyse, zum Lastausgleich und zur Ressourcenverwaltung beeinflußt. Gemeinsam ist diesen Werkzeugen, daß sie die parallele Abarbeitung der Anwendung überwachen müssen, um nötige Informationen über das Laufzeitverhalten zu ermitteln. Die Überwachung geschieht mittels eines Monitorsystems. Die meisten Monitorsysteme, die heute verfügbar sind, beinhalten lediglich Funktionen zur Erstellung von Ereignisspuren. Dies ist für leistungsfähige Programmierwerkzeuge nicht ausreichend, da man neben der Beobachtung des parallelen Programms dieses auch manipulieren können muß. Monitorsysteme, die sowohl Beobachtung als auch Manipulation gestatten, müssen eng mit der Hardware, dem Betriebssystem und der Laufzeitumgebung des parallelen Programms zusammenarbeiten. Sie sind aufwendig in ihrer Implementierung, und es gibt keinen etablierten Standard für die Schnittstelle zwischen den Werkzeugen und dem Monitorsystem. Ziel des Projektes OMIS (on-line monitoring interface specification) ist es, eine offene Schnittstellenspezifikation für Monitorsysteme zu definieren und darauf aufsetzend ein Monitorsystem für eine ausgewählte Zielarchitektur zu entwerfen und zu implementieren. Die Schnittstellenspezifikation muß genügend mächtig sein, um unterschiedliche Werkzeugtypen, unterschiedliche Werkzeugarchitekturen (z.B. zentralisiert oder verteilt, interaktiv oder automatisch) und unterschiedliche parallele Programmierumgebungen (z.B. PVM, MPI) unterstützen zu können. Für künftige Entwicklungen muß die Schnittstellenspezifikation Methoden integrieren, die es gestatten, Anpassungen an neue Werkzeuge und/oder neue Zielarchitekturen einfach vornehmen zu können. Die Existenz eines allgemeinen Standards einer Schnittstelle zwischen Entwicklungswerkzeugen und Monitorsystemen reduziert den Aufwand m Werkzeuge auf n Zielarchitekturen zu bringen von m*n auf m+n. Der Vortrag wird die Konzepte beim Entwurf einer solchen allgemeinen Schnittstellenspezifikation aufzeigen und erläutern, wie Werkzeuge mit Monitorsystemen zusammenarbeiten können, die dieser Spezifikation genügen. Auf die Implementierung im Rahmen einer Kooperation mit der Emory University, Atlanta (Prof. Sunderam) wird im letzten Abschnitt des Vortrags eingegangen.